Biokinematik nach Packi

Die Lehre der Biokinematik vereint wichtige Erkenntnisse aus der Medizin, der Physik und der Biologie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie chronische Schmerzen entstehen und wie man sie behandeln kann. Sie erforscht Ursachen und entwickelt Methoden, die einen Körper, der seine natürliche Bewegungsfähigkeit verloren hat, wieder ins Gleichgewicht bringen.

Endlich langanhaltende Ergebnisse: Therapie trifft Theorie

Die Biokinematik gründet auf der Erkenntnis, dass chronische Schmerzen, wie z.B. bei Arthrose oder einem Bandscheibenvorfall durch krankhafte Veränderungen des Bewegungsapparats entstehen. Die Auslöser solcher Veränderungen können vielfältiger Natur sein. In der modernen Gesellschaft spielt der einseitige und bewegungsarme Lebensstil als Ursache eine große Rolle, da der Mensch sich muskulär seinen selbstgeschaffenen Gegebenheiten anpasst.

Physikalisch besteht am Anfang eines chronischen Schmerzes immer ein muskuläres Problem und nicht wie behauptet ein Gelenksproblem oder organisches Problem etc. Zu 99% sind die Störungen nicht durch zu schwache Muskeln hervorgerufen, wie es medial, in Fitnessstudios aber auch unter den meisten Therapeuten und Ärzten behauptet wird, sondern durch verkürzte Muskulatur, also eher durch zu „starke“ Muskulatur.
 

Biokinematik nach Packi in der Anwendung

1. Untersuchung & Tastbefund

Zunächst wird der Funktionszustand der Muskulatur untersucht. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Beweglichkeit des Körpers geschenkt. Daran schließt sich der Tastbefund an. Dieser zielt darauf die pathologischen Spannungszustände der Muskulatur zu lokalisieren. Der Schmerz und die Probleme sind aber nicht die Ursache der Problematik, denn Schmerz und Schmerzursache liegen bei chronischen Schmerzen nie am selben Ort.

2. Reizsetzung von außen

Das Prinzip der Biokinematik basiert auf einer Reizsetzung von außen an der gestörten Struktur, auf die der Körper anschließend mit einer Spannungsregulierung reagiert. So wird die geometrische Ordnung der einzelnen Muskelfaser wiederhergestellt. Die Reizsetzung findet am Bindegewebe des Muskels an dem Ort statt, an dem auch die Störung entstanden ist (Arbeitsmessfühler).

3. Aktives Muskellängentraining

Die zweite Möglichkeit ist der „natürliche“ Weg, der über aktive Übungen stattfindet. Es handelt sich dabei um ein spezielles Muskellängentraining, welches den Muskel unter Aktivität in maximaler ausgelängter Form elongiert. Die einzelnen Übungen werden individuell auf die Problematik des Patienten angepasst.

Manuelle Druckpunktstimulation

Methode: Etabliert hat sich vor allem die manuelle Stimulation durch biokinematische Techniken – Druckpunktstimulation (keine Triggertechnik!).

Ablauf: Eine solche Druckpunktstimulation dauert ca. eine halbe Minute manchmal aber auch länger. Durch einen gezielten Druck mit dem tastenden Finger wird über einen Schwellenprozess eine Spannungsregulierung des Muskels provoziert.

Patientenrolle: In den meisten Fällen ist der Druckpunkt zunächst sehr schmerzhaft, lässt in der Schmerzintensität aber nach, sobald sich die Spannungsregulierung einstellt. Die Schwierigkeit für den Patienten liegt darin locker zu lassen, also die betreffende Muskulatur zu entspannen.

Der natürlich-aktiver Weg (Definiertes assistiertes Training)

Methode: Durch definiertes assistiertes Training kann ein natürlicher Reiz gesetzt werden, der auf physiologischen Prozessen beruht.

Einsatzbereich: Diese Technik kommt vor allen Dingen dann zum Einsatz, wenn sich die Störungen der Muskulatur in schwer zugänglichen Körperbereichen befinden.

Patientenrolle: Bietet dem Patienten die Möglichkeit, sich aktiv an der Therapie zu beteiligen. Die Reizschwelle der Muskulatur muss dabei überschritten werden um eine Veränderung im Muskel zu provozieren. Die Übungen sind daher für den Patienten sehr anstrengend.

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