KG-Neuro (PNF und Bobath)
PNF-Therapie: Bewegungsimpulse über die Sinne aktivieren
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF) ist eine dreidimensionale physiotherapeutische Behandlungsmethode. Sie kommt bei Patienten aller medizinischen Fachbereiche zum Einsatz, deren Bewegungsverhalten durch Erkrankungen, Verletzungen, Operationen oder Degenerationen beeinträchtigt ist.
PNF nutzt Exterozeptoren (Reize von außen), Telerezeptoren (Sehen und Hören) und insbesondere Propriozeptoren (Sensoren in Muskeln, Gelenken und Sehnen), um natürliche Bewegungen anzubahnen:
- Stimulation der Sensoren: Das neuromuskuläre Zusammenspiel – die Kommunikation zwischen Nervensystem und Muskulatur – wird gezielt gefördert (Fazilitation)
- Dreidimensionale Bewegungsmuster: Der Therapeut führt mit dem Patienten Bewegungsmuster an gesunden Körperabschnitten gegen einen angepassten Widerstand aus.
- Impuls fürs Gehirn: Das Zentralnervensystem erkennt diese gesunden Bausteine als Teil von komplexen Alltagsbewegungen (wie dem Gehen) und sendet die Signale zur Muskelaktivität an den gesamten Körper weiter.
Behandlungsziele der PNF-Methode
Als physiotherapeutisches Analyse- und Behandlungskonzept vergleicht PNF das aktuelle Bewegungsverhalten des Patienten mit gesunden Bewegungsabläufen. Das Hauptziel ist die Rückführung pathologisch veränderter Muster in natürliche Bewegungen.
- Muskelspannung normalisieren: Spastiken herabsetzen sowie geschwächte oder gelähmte Muskeln wieder aktivieren.
- Motorische Kontrolle & Mobilität: Bewegungsabläufe im Alltag wieder sicher steuern und ausführen.
- Stabilität & Koordination: Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und dynamische Stabilität nachhaltig fördern.
- Ganzheitliche Wiederherstellung: Aufbau eines gesunden, beschwerdefreien Bewegungsverhaltens.
Bobath-Konzept: Neuroplastizität des Gehirns nutzen
Das Bobath-Konzept ist ein problemlösender Therapieansatz für Kinder und Erwachsene mit neurologischen Erkrankungen – besonders häufig nach einem Schlaganfall bei halbseitigen Lähmungen (Hemiplegie).
Das Konzept beruht auf der Plastizität des Gehirns – der Fähigkeit zur ständigen Umorganisation:
- Aufgaben neu lernen: Gesunde Hirnregionen können lernen, die Funktionen geschädigter Areale zu übernehmen.
- Verbindungswege neu bahnen: Bei traumatischen Hirnschädigungen sind oft nicht die Kontrollzentren selbst zerstört, sondern nur die Signalwege unterbrochen. Durch konsequente Förderung und gezielte Reize können diese Pfade Schritt für Schritt neu gebahnt werden.
Unser Unterschied im Kurfürsten Gesundheitszentrum Bonn
Egal ob PNF oder Bobath: In unserer Praxis basiert auch die neurologische Therapie auf einer einzigartigen kinematischen Bewegungsanalyse. Wir betrachten nicht nur das betroffene Gelenk oder das Symptom der neurologischen Störung, sondern die ursprüngliche Anpassung und Fehlstatik des gesamten Körpers.
Die zentrale Leitfrage lautet bei uns: Wie ist es aus kinematischer Sicht zu dieser spezifischen Diagnose und den Kompensationsmustern gekommen?
Durch die genaue Analyse schaffen wir erst die kinematischen Voraussetzungen im Muskel- und Skelettsystem, damit die neurologisch angeregten Impulsketten und Bewegungsmuster maximal effizient und schmerzfrei im Körper wirken können.
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